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Und die Technik?

Wie der Sound von Podcasts gut, aber nicht zu glattpoliert klingt.

von Tobias Kreutzer AM 26. Oktober 2020

Sprecher:in: Die passende Stimme zum Thema

Nicht jeder Podcast-Host hat eine professionelle Sprechausbildung durchlaufen. Auch das macht das Medium für viele Hörer:innen attraktiv. Abhängig von Botschaft und Zielgruppe kann eine professionelle Stimme jedoch vor allem in der politischen Kommunikation die jeweiligen Inhalte besser vermitteln. Hier kommt es auf ein gutes Gespür bei der Auswahl und Buchung potentieller Moderator:innen an: Passt die Stimme zum Thema? Kann sie ein glaubwürdiges Gespräch dazu leiten? Für die Auswahl der passenden Stimme ist es empfehlenswert, sich von Kommunikationsexpert:innen beraten zu lassen.

Aufnahme: Am Mikro führt kein Weg vorbei

Die Gesprächskonstellationen bei einer Podcast-Aufzeichnung können je nach Format stark variieren. Mal sind es zwei oder mehr Gesprächspartner:innen in einem Raum, mal ist man aus der Ferne zugeschaltet, mal werden Stimmen oder Soundbites eingespielt. So oder so gilt: Für eine professionelle Podcast-Aufnahme führt kein Weg an einem externen Mikrofon vorbei. 

Als mobile Mikrofonvariante empfiehlt Christina Gruber, Leiterin des Bereichs digitale Ausbildung an der Kölner Journalistenschule für Politik & Wirtschaft, sogenannte Lavaliermikrofone. Diese lassen sich anstecken und direkt mit einem mobilen Endgerät oder einem Laptop verbinden. 

Ein einfaches USB-Mikrofon inklusive Stativ kann man auf dem Tisch aufstellen und direkt in den Computer einspeisen. Der professionellste Weg führt über ein Audio-Interface und ein sogenanntes XLR-Mikrofon. XLR-Mikrofone ermöglichen eine symmetrische Signalübertragung, die weniger störanfällig ist. XLR ist der Standard für professionelle Aufnahmen in Rundfunk und Fernsehen. Das Audio-Interface wandelt die analogen Soundsignale, die das Mikrofon empfängt, in digitale Signale um, die dann am Computer bearbeitet werden können. 

Software: Vom Schnitt bis zum Soundschnipsel

Um digitale Audiospuren zu bearbeiten und aufzunehmen, benötigen User:innen ein Computerprogramm. Für einfache Schnitte sowie nachträgliches Einfügen von Soundschnipseln oder Jingles reicht eine kostenlose Software-Lösung wie Audacity. Anders als professionelle und kostenpflichtige Programme wie Ableton Live oder die Apple-Variante Logic können User:innen die meisten „Freeware“-Programme intuitiv und ohne große Einarbeitung bedienen. Christina Gruber von der Kölner Journalistenschule für Politik & Wirtschaft sagt: „Unsere Schüler:innen nutzen überwiegend Apples GarageBand oder Audacity, um ihre Aufnahmen zu bearbeiten. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht.“

Umgebung: Die perfekte Raumakustik

Podcasts sind auch deshalb so beliebt, weil sie Glaubwürdigkeit und Intimität suggerieren. Ein guter Podcast muss nicht in einem professionellen Studio entstehen. Eine entspannte und gewohnte Umgebung trägt auch zur authentischen Grundstimmung der Aufnahme bei. Und die ist eine Voraussetzung für gute Podcasts. Dennoch gibt es ein paar No-Gos: Um Hall zu vermeiden, sollte zunächst der Aufnahmeraum nicht zu groß sein. Glas und Kacheln vibrieren stark mit und wirken sich ebenfalls negativ auf die Aufnahme aus. Auch dauerhafte Straßengeräusche beziehungsweise zu viel Lärm von draußen lenken ab. Vorhänge aus schwerem Moltonstoff, wie man sie von Theater- und Konzertbühnen kennt, können die Raumakustik deutlich verbessern und Geräusche isolieren.   

Räume: Klangqualität trotz Distanz

Podcaster:innen sitzen nicht immer miteinander im gleichen Raum, schon gar nicht in Zeiten von COVID-19. Viele Web-Telefonie-Dienste wie Skype haben zwar eine Funktion zum Mitschneiden von Anrufen, die Klangqualität lässt dabei aber oft zu Wünschen übrig. Anbieter wie SquadCast und Zencastr stellen ihren Nutzer:innen deshalb Web-Räume zur Verfügung, in denen die Klangspuren der Gesprächsteilnehmer:innen separat aufgezeichnet und später gemischt werden. Die professionellere Variante ist es, beide Gesprächspartner:innen separat über ein jeweils eigenes Mikrofon aufzuzeichnen und die Spuren im Anschluss professionell zu mixen.   

Hosting: Ran an die Zielgruppe

Die große Mehrheit der Hörer:innen konsumiert ihre Podcasts mobil und über Apps. Wer lediglich eine Audiodatei auf der eigenen Website einbindet, wird seine Zielgruppe mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erreichen. Damit der Podcast bei Apple, Spotify, Audible und Co. auffindbar ist, muss er, ebenso wie eine Website, gehostet werden. Ohne entsprechende IT-Kenntnisse führt der einfachste Weg hierfür über einen von zahlreichen Hosting-Anbietern. Neben dem reinen Hosting liefern die meisten Anbieter auch Zugriffs- und Download-Zahlen, anhand derer sich die Entwicklung des Formats nachvollziehen lässt.